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09.11.2015 - 00:24

Pressemitteilung Besuch im Nationalparkprojekt Ammergebirge

Auf Einladung des Fördervereins Nationalpark Ammergebirge führte der Biologe Dr. Hans Ehrhardt den Landesvorsitzenden der GRÜNEN Eike Hallitzky und die MdLs Ulli Leiner und Thomas Gehring in das Naturwaldreservat Friedergrieß im östlichen Teil des Nationalparkprojekts. Mit dabei waren rund 20 weitere Interessierte aus grünen Kreisverbänden, Mitglieder des BN sowie Forstleute und Landwirte.

Thema war zunächst die Wildwasserdynamik am Beispiel der Naidernach und ihrer Zuflüsse. Dr. Ehrhardt betonte die Besonderheit von über 20 km Wildflussstrecken im Nationalparkprojekt. Hier sei der Ursprung für das Hotspot-Projekt Alpenflusslandschaften im Alpenvorland.

Das Erleben der Wildnis im Kiesbett der Friederlaine,  Berichte über seltene Arten wie die rotflügelige Schnarrschrecke und den blauen Alpenbock sowie den Alpen-Knorpellattich, der hier noch überraschend häufig vorkommt, bewegten den Landesvorsitzenden Eike Hallitzky zu der Aussage : „Das Ammergebirge ist einzigartig und absolut schutzwürdig. Gerade ein Nationalpark könnte hier nicht nur diese ökologischen Werte sichern sondern zugleich auch wirtschaftliche Impulse für die ganze Region geben.“ Diplom-Volkswirt Hallitzky hatte bereits an verschiedenen Untersuchungen über den wirtschaftlichen Wert von Nationalparken mitgearbeitet und empfahl, „die regionale Bevölkerung immer mitzunehmen. Ziel muss sein, dass am Ende alle stolz sind auf „Ihren“ Nationalpark!“ 

Thema während der gesamten Begehung waren immer wieder die Beweidung, Weiderechte und die vom Landtag geforderte Ablösung der Waldweide. Teilnehmer berichteten von der hohen Akzeptanz von Waldweidebereinigung durch Weideberechtigte im Nationalpark Berchtesgaden und der Vorsitzende des Fördervereins Hubert Endhardt betonte die Bedeutung der Lichtweide für die Artenvielfalt und die Kulturlandschaft.

MdL Ulli Leiner, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, schlug vor, das Gespräch mit den Weidegenossenschaften zu führen und nach einvernehmlichen Lösungen zu suchen. Die klimatischen Veränderungen und die wirtschaftliche Bedeutung der Weiderechte müssen bei diesen Gesprächen im Mittelpunkt stehen.  

In einem Positionsgespräch zwischen einem Förster und der Kreisrätin Tessy Lödermann wurden das Verhältnis Wald vor/und Wild, natürliche Verjüngung und Wildverbiss insbesondere bei der Tanne, ein seines früheren Lebensumfelds beraubten Rotwildwilds, das heute unter häufigen Störungen durch Freizeitdruck leidet, herausgearbeitet.

Der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring forderte zum Schluss:  "Mit dem Ziel Nationalpark Ammergebirge müssen wir das Gespräch zwischen allen Beteiligten suchen ‎, Gemeinsamkeiten ausloten, Missverständnisse abbauen und Lösungen für Interessenskonflikte suchen."

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