Ich kann BIO

Ich kann PFLEGE
18.02.2018 - 08:31

Volles Haus beim Grünen Aschermittwoch

Bis auf den letzten Platz gefüllt, die Sulzberger Blasmusik spielt auf, leckere Kässpatzen und beste Stimmung - das ist der Aschermittwoch der Kemptener und Oberallgäuer Grünen im "Hirsch" in Sulzberg. Der Andrang war so groß, dass die Besuche sogar die Kässpatzen auf der Treppe sitzend verzehrten. Beim größten politische Aschermittwoch im Allgäu spielten sich gewohnt launig die beiden Allgäuer Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Ulli Leiner gekonnt die Bälle zu. 

Im Dialog frotzelten sie über die lokalen Ereignisse und was in Bayern politisch im Argen liegt. Verteilten "Scheinheiligenscheine" für die CSU, weil diese nichts für die Bahnelektrifizierung tut und machten sich über Oberstdorf als höchstes "Millionendorf" lustig. Im Landtag machten die beiden Abgeordneten "Schwarmbildungen" um den künftigen Ministerpräsiden Söder aus und kritisierten die Bildungs- Landwirtschafts- und Pflegepolitik der Staatsregierung.

Mit dem ehemaligen Parteivorsitzenden Cem Özdemir hatten die Grünen wieder hochkarätigen Besuch eingeladen. Der "Schwabe mit anatolischen Wurzeln" stellte er sich selbstironisch als "Außenminister in Spe - Ade" vor. Und wer weis, hätte die FDP nicht in letzter Minute die Jamaika-Verhandlungen platzen lassen, wäre Özdemir vielleicht als Minister zum Politischen Aschermittwoch nach Sulzberg gekommen oder an dem Tag als Außenminister um die Welt gejettet. So kam er - nachdem er gut zwei Wochen zuvor auf das Amt des Parteichefs verzichtet hatte, als "normaler" Abgeordneter zum "Derblecken" ins Oberallgäu. Dabei zeigte er, dass er auch ohne Amt einer der profiliertesten und wortgewaltigsten Köpfen der Partei ist, wie seine mit viel Beifall gefeierte Rede zeigte.  

Er forderte eine Verkehrs-, Energie- und Agrarwende und sprach sich für Frauenrechte und ein geeintes Europa aus. Hassparolen in den sozialen Netzwerken sieht er als Gefahr für den sozialen Frieden. Sprache und Arbeit sind für Özdemir die wichtigsten Voraussetzungen, wenn Integration gelingen soll. Seinen Allgäuer Freundinnen und Freunden wünschte er viel Erfolg bei den Landtags- und Bezirkstagswahlen und starke Grüne in der nächsten bayerischen Regierung für ein weltoffenes und gerechtes Bayern.

 

Zitate:

Leiner:   "Wenn man den Kemptener Stadtrat so sieht, dann wird das nicht nur statistisch, sondern auch amtlich so bestätigt, dass die Kemptener die größten Streithansel sind" zur Statistik, dass die Kemptner besonders gerne prozessieren.


 

Gehring: "Der Bürgermeister denkt sich, eine Ruine ist doch der ideale Lernort: Angewandte Archäologie in der Grundschule. Ruinen sind doch sexy"zur nicht sanierten Königseggschule in Immenstadt.


 

Gehring:"Wie soll das funktionieren, mit den Birkhühnern? Man verlegt ja jetzt die Alpenschutzzone C. Aber woher wissen die Birkhühner dann, dass sie mit einem Mal in der verkehrten Zone sitzen? Die können doch nicht lesen".

Leiner:"Dafür haben wir ja den Söder, den Heimatminister. Das geht so: Da kommt der Söder aufs Riedberger Horn, plustert sich auf in seiner ganzen Pracht und dann macht er: Hu. Hu. Und die ganzen Birkhühner fliehen in die verlegte Schutzzone C. Das ist Alpenschutz nach Art des Heimatministers" zum Dauerbrenner Riedberger Horn.

 

Teilen

Per versenden

Ähnliche Seiten

Ähnliche Seiten werden geladen...